Radio China

Kontaktaustausch zwischen chinesischen und deutschen Unternehmen in Harbin
2009-06-24 15:43:19 cri
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Während in Deutschland die kurzfristigen Wirtschaftsprognosen eher in Richtung Keller zeigen, sieht es in China trotz Finanzkrise bedeutend rosiger aus. Vor allem Provinzen wie Heilongjiang weisen ein Wachstumspotenzial auf, von denen deutsche Bundesländer und Unternehmen nur träumen können. Aus Anlass der 20. China Harbin Internationalen Wirtschafts- und Handelsmesse Mitte Juni haben sich dann Politiker und Unternehmer aus Brandenburg sowie Sachsen-Anhalt auf den Weg in den Nordosten Chinas gemacht. Ihr erklärtes Ziel: sich eine Scheibe vom Wirtschaftswachstum der Region abzuschneiden. Michael Koliska berichtet.
Tausende Besucher schlängeln sich zwischen den etwa 3000 Ausstellerständen auf der zwanzigsten Harbiner Handelsmesse hindurch. Aber während auf den fast neun Fußballfeldergroßen ultra modernen Ausstellungsfläche alles von ganzen Industriezonen bis hinzu Wallnüssen angeboten wird, werden in den Hinterzimmern und Konferenzräumen Zukunftspläne geschmiedet.
"Ich glaube fest daran wenn es uns gemeinsam gelingt diese Zusammenarbeit so zu etablieren, dass beide Seiten Erfolge haben, sich Wohlfühlen und miteinander reden können, dann ist die Zukunft unsere und wir werden gemeinsam voranschreiten."
Die Parteisekretärin Heilongjiangs, Li Yanzhi, hofft auf eine rosige Zukunft zwischen ihrer Nordostchinesischen Heimatprovinz und den deutschen Bundesländern Brandenburgs und Sachsen-Anhalts. Sie spricht zu einer geballten Vertretung deutscher Unternehmen, Wissenschaftler und Politiker, die auf gute Geschäfte in Heilongjiang hoffen. Denn die nordostchinesische Provinz sei nicht so von Investoren überlaufen wie etwa die chinesischen Küstenregionen, sagt Andreas Timmermann vom brandenburgischen Wirtschaftsministerium.
"Heilongjiang, die Provinz die wir hier jetzt besuchen mit der Hauptstadt Harbin ist nach unserer eigenen Analyse ein idealer Standort, weil viele Gemeinsamkeiten mit deutschen Bundesländern gegeben sind."
Dieser Meinung ist auch Magdeburgs stellvertretender Bürgermeister Rainer Nitsche. Er sieht vor allem Parallelen zwischen den beiden Partnerstädten Magdeburg und Harbin.
Harbin ist für uns deswegen interessant, weil sie ähnliche Wirtschaftsstrukturen aufweist wie Magdeburg. Auch Harbin ist eine Stadt des Schwermaschinenbaus. Hier gibt es wichtige Unternehmen die mit unseren Unternehmen kooperieren können. Es gibt sogar alte Verbindungen von großen DDR-Kombinaten, die in Magdeburg ansässig waren und die heute in Folge von Nachfolgeunternehmen immer noch da sind.
Außerdem hätten beide Städte riesige Binnenhäfen, sagt Nitsche. Er hofft, das Magdeburg beziehungsweise der Raum Brandenburg in Sachen Logistik für Heilongjiang als Tor nach Europa dienen können. Dank idealer Wasserwege, Zug- und Autobahnverbindungen zählten Brandenburg und Sachsen-Anhalt zu den wichtigsten Verkehrsdrehschreiben mitten in Deutschland, sagt Nitsche. Doch die Deutschen schielen in erster Linie auf die rasanten Entwicklungserfolge in Heilongjiang und deren Hauptstadt Harbin. Wang Li, die stellvertretende Bürgermeisterin Harbins, sagt, in den vergangen 10 Jahren habe sich die berühmte Eis-Stadt sehr gewandelt und noch mehr stehe bevor.
Entsprechend unseren Plänen hoffen wir, dass Harbin sich zu einem Zentrum des Maschinen- und Anlagenbaus entwickelt, das es ein Heim für High-Tech, Ökologisches Nahrungsmittel, Pharmazeutische Industrie und Handel. Wobei natürlich der Handel mit Russland eine ganz entscheidende Rolle hier spielt.
Eberhard Trempel vom German Global Trade Forum Berlin arbeitet daran, Beziehungen zwischen Deutschland und Heilongjiang zu knüpfen. Für ihn ist gerade diese Nähe zu Russland ein strategischer Vorteil.
Harbin Heilongjiang, immerhin 3800 Kilometer Grenzlinie zu Russland, das ist geballte Energie, das ist Erdöl und Ergasressourcen, das ist Kohle, das ist Stahl, das ist Hardware vom Feinsten. Das bedeutet, dass wir weniger Krisenanfälligkeit haben, als in anderen Regionen, die sehr stark vom Weltmarkt abhängig sind. Diese Region lebt von sich selbst, die sind Exporteure nach China hinein d.h. das ist eine geballte Wirtschaftskraft, die sich vor allem durch eines auszeichnet und das ist das Interessante für uns deutsche Unternehmer oder Initiativen wer Geld hat der kann es auch ausgeben und der kauft High-Tech ein.
Solche Einsichten hört Andreas Timmermann vom brandenburgischen Wirtschaftsministerium gerne. Er sagt, dass gerade der Export im High-Tech-Bereich eines der größten Wachstumspotenziale seines Bundeslandes darstelle. Dabei beeinflusse die weite Entfernung nach Heilongjiang den Handel heutzutage kaum noch.
China ist im Moment nicht nur der vielleicht größte Markt, der für uns in frage kommt, sondern auch enorme Wachstumsraten zeitig. Also da werden wir mal die Arme hochkrempeln und uns ordentlich was von der dicken Schnitte abschneiden.
Dass man schnell mitmischen wolle, zeige auch eine für dieses oder nächstes Jahr geplante Unternehmerreise von Sachsen-Anhalt nach Heilongjiang. Magdeburgs stellvertretender Bürgermeister Rainer Nitsche sagt, dabei wolle man dann auch gezielt mittelständische Unternehmen mit ins Boot nehmen. Doch derzeit so Andreas Timmermann gehe es vor allem darum die richtige Basis für eine fruchtbare Zusammenarbeit zu finden. Die stellvertretende Bürgermeisterin Harbins, Wang Li, zeigt sich dessen überzeugt. Sie sagt, die jetzigen Treffen sind der Beginn für eine langfristige Freundschaft.
Unsere heutige Welt ist eine Welt des Austausches. China hat sich der Welt geöffnet. China kommt ohne die Welt nicht mehr aus aber auch die Welt ist stärker auf China zugerückt. Wir setzen auf eine gemeinsame Entwicklung und werden auch künftig weiterhin deutsche Freunde zu uns einladen um Wege für eine gemeinsame Zukunft zu finden.
Bereits im August wollen sich die deutschen und chinesischen Seiten von Brandenburg und Heilongjiang bereits näher kommen. Dann will eine Regierungsdelegation aus Harbin nach Berlin und Potsdam reisen.
Verfasst von: Michael Koliska
Gesprochen von: Michael Koliska

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