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Beijing/Berlin – vg – In der Zeit vom 12. bis 22.06.2008 führte das German Global Trade Forum Berlin in Zusammenarbeit mit der Provinzregierung von Heilongjiang und mit dem Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik, IPK, Berlin, erfolgreich die Business Mission 2008 nach Nord-Ost-China und Beijing durch. Ziel dieser der Delegationsreise war nicht allein die Sicherstellung den wirtschaftspolitischen Dialogs mit den traditionellen Partnern des Forums und der deutschen Wirtschaft, sondern das Bemühen, die sich im Grenzgebiet zu Russland stattfindenden neuen Entwicklungen in Asien für die deutsche Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und interessierte Öffentlichkeit zu erschließen. Harbin, von Russen vor 100 Jahren als Eisenbahnstützpunkt errichtet, ist Hauptstadt der nordöstlichsten chinesischen Provinz und heute auch in europäischer Tradition das „Tor zum neuen nordostasiatischen Wirtschaftsraum“.

Die Auswirkungen des Erdbebens in Sichuan auf die allgemeine Lage in China beeinflussten die Reise, trotz der erheblichen und beispielhaften Bemühungen Chinas, die Folgen des Bebens auf das öffentliche Leben überschaubar zu halten, nachhaltig. Öffentliche Veranstaltungen und Ausgaben wurden und werden derzeit noch immer auf Anweisung der Regierung landesweit im Interesse der Schadensbeseitigung und Solidarität ausgerichtet. Ausgaben für öffentliche Empfänge oder Feierlichkeiten werden so weit wie möglich eingeschränkt. Chinas Regierung will mit gutem Beispiel voran gehen und ein Zeichen setzen.

Die Teilnehmer der Delegation repräsentierten den deutschen Mittelstand im Bereich Maschinen- und Anlagenbau, Wissenschaft und Forschung, den Dienstleistungssektor, Kulturaustausch, Handel und Projektentwicklung.

In Beijing verschaffte sich die Delegation einen aktuellen Überblick über den Stand der Olympiavorbereitungen und führte Gespräche u.a. mit dem chinesischen Außenministerium, der Akademie der Sozialwissenschaften und dem vom früheren und langjährigen Botschafter in Deutschland Mei Zhaorong nunmehr geleiteten Institute of World Development im Vordergrund und der deutschen Außenhandelskammer in Beijing statt. Hier informierte sich die Delegation über die aktuelle wirtschaftliche Lage in China und die von der Kammer geförderte Ausrichtung der deutschen Unternehmen auf den Nordosten Chinas, die mit der Errichtung der Niederlassung in der Hafenstadt Tianjin eine weitere Stärkung erfährt. Hierbei wurde die neue Mittelstandsstudie der Kammer vorgestellt, deren Ergebnis nicht nur positiv überrascht, sondern alle früheren Erfahrungen deutscher Unternehmen in China revidiert. So schätzen die vornehmlich mittelständisch investierten deutschen Unternehmen in China (anders als in früheren Befragungen) die Rahmenbedingungen in China als überwiegend positiv ein. Die Gewinnschwelle wird bei über 60% der Unternehmen bereits in den ersten 5 Jahren erreicht und an die 80% der deutschen Unternehmen erwirtschaften ihre Erträge auf dem chinesischen Markt direkt. Damit erweist sich das Engagement deutscher Unternehmen in einem noch sehr viel größeren Umfang als bisher angenommen auch nachhaltig positiv für den deutschen Arbeitsmarkt, da ein Engagement in China Arbeitsplätze sichert und die Wettbewerbsfähigkeit erhöht. Umstrukturierungen und Verschiebungen der Struktur des Arbeitsmarktes durch Produktionsverlagerungen oder Erweiterungen nach China stehen dem nicht entgegen.

So positiv sich die Ausgangsbasis für deutsche Investitionen oder Strategieansätze danach gerade in den letzten 4 Jahren entwickelt hat, so problematisch sind allerdings die Folgen der aktuellen Spannungen, die entgegen der Verlautbarungen nach dem zufällig und teilweise parallel stattfindenden Besuch des Bundesaußenministers in Beijing auf das deutsch-chinesische Verhältnis insgesamt. Für China besteht trotz der positiven Geste Steinmeiers durch den Besuch der Erdbebengegend kein Grund zur Entspannung. Tiefes Misstrauen und eine erhebliche Enttäuschung kennzeichnen die aktuelle chinesische Stimmungslage zumal der Paradigmenwechsel vor allem in der deutschen Politik mit dem Bemühen einiger Stimmen korrespondiert, außenpolitische Themen für eine innenpolitische Auseinandersetzung zu mißbrauchen. China richtet sich daher im Verhältnis zu Deutschland und Frankreich nicht nur auf die „Zeit nach Bundeskanzlerin Merkel ein“, sondern macht auch in der strategischen Politik an vielen Stellen nunmehr scheinbar deutlich, dass es reale Alternativen der Zusammenarbeit gibt.

Interessanterweise erweisen sich neben Russland vor allem Japan und nunmehr auch die USA als gewichtige Ansprechpartner und „Alternativen“ zu den Wunschpartnern aus Europa. In dem Maße wie „Europa“ (nicht gleichzusetzen mit der Wirtschaft) die in lange Jahre in mühevoller Vorarbeit aufgebauten Positionen in China aufgibt und sich nunmehr „ideologischen Glaubenspositionen zuwendet“, bauen die USA ihre Positionen in China dagegen ohne jede Einschränkung aus. Der zeitliche Zusammenhang zwischen einem starken US-amerikanischen Auftreten einerseits und der Aufgabe europäischer Positionen wirft dabei Fragen auf. Lenken die USA die Europäer auf einen Kurs, den sie selbst für sich gar nicht berücksichtigen wollen ? Warum wird dies sehenden Auges undifferenziert hingenommen ?

Auch die „Frage der Menschenrechte“ hat eine sehr unterschiedliche Ausprägung in ihrer praktischen Behandlung gefunden. Nach chinesischer Auffassung wird diese Frage durch den Westen im Wesentlichen missbraucht und nicht selten nur auf die Positionen bezogen, die dem Standpunkt des Kritikers dienlich sind. Die weitgehende Bedeutung sozialer oder individueller Freiheitsrechte wie beispielsweise das Recht auf Freizügigkeit des nach wie vor gegen die Armut und den Hunger kämpfenden Chinas beachten „Ausländer“ weniger. Die Beschränkung westlicher Märkte für Agrarprodukte aus Entwicklungsländern verdeutliche nach chinesischer Auffassung allein Heuchelei.

Während Europa die Frage der Menschenrechte danach nur auf bestimmte Einzelrechte bezieht und die für China wichtige Freizügigkeit für chinesische Bürger durch neue Einreise- und Visumbestimmungen immer weiter einschränkt, öffnen sich gerade die USA in einer nicht erwarteten Art und Weise. Seit dem 19.06.2008 können chinesische Bürger die USA auch als Touristen besuchen. Und dies sehr einfach und relativ unbürokratisch. Gerade mal 2 Fragen sind bei der persönlichen Vorsprache zu beantworten, nach dem alle Antragsformalitäten im Vorfeld durch die hierzu berechtigten Agenturen erledigt wurden. Zwar wurden auch insoweit von den USA keine „Sonderregelungen“ erlassen. Dennoch erfolgt die Visumvergabe auffällig großzügig, was von chinesischen Unternehmern, die entsprechend negative Erfahrungen in Europa machen durften, positiv kommentiert wird. Die USA und nicht mehr Europa wecken Begehrlichkeiten.

Russland, Japan und die USA sind es folgerichtig auch, die für China nunmehr auch die strategischen Partner bei der Erschließung des nord-ost-asiatischen Wirtschaftsraumes sind. Russische Rohstoffreserven, chinesische Wirtschaftskraft und amerikanische Technologie bei der Erschließung weiterer Reserven prägen die wirtschaftspolitischen Überlegungen der chinesischen Regierung bei der Entwicklung der Zielregion der Business Mission. Eine Schlussfolgerung und Strategie, die sicher auch der bedauerlichen Zurückhaltung europäischer Partner zu verdanken ist, die sich trotz erkennbarer Bemühungen in anderen Regionen nach wie vor mit einem Engagement im Nordosten zurückhalten.

Nach der Zielsetzung der chinesischen Regierung arbeiten die 3 Grenzprovinzen zu Russland Heilongjiang, Liaoning und Jilin mit der Mongolei, Russland, Korea, Japan und der USA strategisch bei der Schaffung eines neuen Wirtschaftsraumes im Nordosten zusammen, der bereits heute die besten Voraussetzungen für einen neuen Wachstumsmarkt erfüllt. Anders als nach wie vor im europäischen Ausland vermutet, kenn-zeichnet dabei vor allem das chinesische Grenzland schon lange nicht mehr die alte, noch von der Sowjetunion geprägte „Schwerindustrie“.

Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft im Nordosten sind Schwergewichte der Modernisierung Chinas und ernstzunehmende Faktoren im internationalen Wettbewerb. Dieser Eindruck bestätigte sich der Delegation erneut während des Besuchs in der Provinz-hauptstadt von Heilongjiang Harbin anlässlich der Teilnahme an der „19. Harbin International Fair for Trade and Economic Cooperation“ und den Wirtschafts- und Wissenschaftsgesprächen mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Grenzgebieten zu Russland werden durch hohe Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur und Logistik weiter dynamisch verbessert. Die noch immer beachtlichen Erdölreserven des Daqing-Erdölfeldes, die rd. 50% der nationalen bekannten Reserven ausmachen, sowie erträgliche Kohlevorkommen (60% der Gesamtreserven liegen in Nordchina – Shanxi) gewährleisten eine stabile Energieversorgung. Stromknappheit kommt nicht vor. Grund genug für nicht wenige Unternehmen Harbin zum Ausgangsort ihrer strategischen Investitionen in die Region aufzubauen. Die Offenheit der Stadt und Bevölkerung sowie die sichtbare Pflege der „europäischen Tradition“ empfehlen sich zunehmend auch für ausländische Unternehmen. Coca Cola, Becks Bier, GE, Arnheuser Busch („Harbin Beer“) sind namhafte Beispiele.

Im industriellen Bereich bieten sich für Unternehmen aus Deutschland erhebliche Chancen durch die finanziellen Investitionen und Anreize der Provinz, die alten Schwerindustriestandorte schrittweise auf internationales Spitzenniveau zu heben. Innerhalb Chinas ist vor allem Heilongjiang bereits heute in einer führenden Position, die besondere Anstrengungen an sich nicht mehr erfordert. Fahrzeug-, Luft- und Raumfahrtindustrie sind hierfür gute Beispiele. Die überproportional hohen Wachstumsraten in Industrie, Wirtschaft und Landwirtschaft wirken sich positiv auf den Konsum privater Haushalte aus. Für ganz Nordchina ist festzustellen, dass der Anteil am gesamtchinesischen Bruttoinlandsprodukt von rd. 27,8% im Jahre 1997 auf 33% im Jahre 2004 gestiegen ist. Gleichzeitig stieg der Anteil ausländischer Direktinvestitionen von 18% (1999) auf 25% (2004). Auch deutsche Investitionen in Jilin und Liaoning haben hierzu beigetragen. Der Trend ausländischer Direktinvestitionen im Nordosten Chinas hält an.
Die lange moderat ausgestaltete Transformationspolitik hat in den letzten Jahren eine deutliche Dynamik erfahren. So stieg der Anteil der in chinesischen Privatunternehmen tätigen Bürgern von 28,2% (2000) auf bereits 32,4% im Jahre 2003. Die Quote der Transformation staatlicher Unternehmen in private Gesellschaften (mit teilweise staatlicher Anteilsinha-berschaft) hält an.

Das lokale Bruttoinlandsprodukt ist im Landesvergleich (83%) mit einer Steigerung von 113% für den Zeitraum 1997-2004 erheblich. Es verdeutlicht eine nachhaltige Kräfteverschiebung innerhalb Chinas. Das Wirtschafts-wachstum entwickelte sich in den insgesamt 9 „Nordprovinzen“ mit Raten zwischen 19%-26% in Verhältnis zum Landesdurchschnitt von bis zu 16% erheblich. Gleiche Zahlenverhältnisse sind im Außenhandel feststellbar. Betrug das Wachstum des Außenhandels im Landesdurchschnitt 2004 etwa 35%, liegt das Wachstum im Nordosten bei rd. 38%. Noch gelten dabei Beijing, Liaoning und der für die deutsche Außenwirtschaft zunehmend wichtige Industriestandort Tianjin bei vielen Unternehmen als erste Adresse. Eine jedenfalls in ihrer Allgemeinheit zu überdenkende Auffassung.

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Business Mission nach Beijing und Harbin 2008

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Link im Internet:

Im Internet sind die Ergebnisse der Reise hier veröffentlicht:

http://www.openpr.de/news/222493/Partnerland-China-2008-Erfolgreiche-Business-Misision-nach-Beijing-Harbin-amp-Heilongjiang.html

Bildungs- und Wissenschaftspräferenzen

Das in Zusammenarbeit des Harbin Institute of Technology („HIT“) und dem IPK unter Leitung von Professor Dr. Kai Mertins organisierte Wissenschaftsforum dokumentierte der Delegation das hohe Niveau der Verflechtung von Forschung, Wissenschaft und kommerzieller Anwendung. Fragen des Rechtschutzes, insbesondere im Bereich der gewerblichen Schutzrechte, waren Gegenstand der Erörterungen über die Rahmenbedingungen eines weiteren Technologietransfers nach China.

Die hohe Verfügbarkeit qualifizierten Personals ist der guten bis sehr guten Bildungsinfrastruktur zu verdanken, die durch die „russischen Ressourcen“ weiter untersetzt werden. Nicht nur russische Studenten sorgen für eine starke Präsenz russischer Interessen, sondern hochqualifizierte Fachkräfte aus allen Bereichen der russischen Industrie. Vor allem aus der Energie- und Rüstungsindustrie. Der Nordosten steht für 35% aller höheren Bildungseinrichtungen Chinas. 42% aller technisch-wissenschaftlichen Bildungseinrichtungen liegen im Nordosten. Internationale Konzerne wie Microsoft und Google nehmen jährlich eine zunehmende Anzahl von Absolventen des Harbin Institute of Technology auf, dessen Software-Schmiede auf allen Industrieanwendungsgebieten in einer weltweiten Spitzenposition wiederzufinden ist. So schätzt Google das Potential der Hochschule im sensiblen Bereich der Suchmaschinen-Routinen. Jedes Jahr nimmt Google an die 20 Absolventen mit Erfahrung bei der Sichtung des Internets und der Datenflüsse auf. Nicht wenige Software-Entwicklungsunternehmen aus dem Ausland nutzen das Lernmodell der Harbin Universität, vorhandene Ansätze unter chinesischen Bedingungen erneut zu entwickeln. Neben der Sicherung der Grundlagenforschung und Ausbildung erlaubt diese Methodik die Entwicklung neuer Ansätze, die in erster Linie praxis- und anwendungsorientiert sind.

Prof. Dr.-Ing. Dr. Kai Mertins
Pascalstr.8-9, 10587 Berlin - Telefon: +49 (0) 30 / 3 90 06-233
Fax: +49 (0) 30 / 3932503
info / www.ipk.fraunhofer.de

Aus dem Programm der Business Mission to Beijing, Harbin & Heilongjiang 2008 (Ausschnitte):

Heilongjiang Investment Forum: Vorstellung der Wirtschaftsplanung der Provinz auf den Gebieten: Infrastruktur, Energie, Umweltschutz, Rohstoffexploration (Ergas, Öl, Kohle), Technologie, Handel & Investment, Förderprojekte der Regierung und Regionen (Simultanübersetzung Russisch, Englisch, Chinesisch); Ma Zhi Yi, Addm. Commitee of Harbin Limin Economic & Technological Development Zone; Teilnahme an der Regionalpräsentation der Stadt Qiqihar in Anwesenheit des Bürgermeisters und der Wirtschaftsvertretungen, Zusammentreffen mit dem Bürgermeister Lin Xiushan, Vize-Bürgermeister Zhao Wan Shan; Businessday der Region Daxinanling, Grenzregion zu Russland; Exkursion: Die chinesische Pharmaindustrie: Harbin Gloria Pharmaceuticals Co, Ltd, GM & Member of the Board Wang Dongxu; Business Lunch und Gespräch mit dem Direktor des Amtes für auswärtige Angelegenheiten Zhao Erli sowie Herrn Stell. Direktor Zhang Gaochao und Herrn Wang Haijun, Deputy Director-General nebst Delegation der Provinzregierung; Zusammentreffen mit dem Gouverneur der Provinz Heilongjiang Li, „Kooperationsansätze für den deutsch-chinesischen Wirtschaftsdialog“; Wirtschafts- und Wissenschaftsforum Harbin Institut of Technology; Gespräch mit dem Präsidium der Universität von Harbin, Empfang der Delegation durch den Vize-Präsidenten des Harbin Institute of Technology, Prof. Dr. Sun Heyi; Technologie- und Wissenschaft am HIT: Lehre, Anwendungspraxis und Kooperationsansätze für ausländische Unternehmen und Einrichtungen; Leitung: Prof. Dr. Xiaofei Xu, Gespräche und Präsentationen: Professor Jianing Mi, HIT „School of Management“; HIT „School of Computer Science & Technology“ (Anwendungssoftwareentwicklung); Assistant Dean Ph.D. Professor Tang Xianglong; HIT Goodtime Electronic Co, Ltd.; CEO & President Zhao Hong Wie; HIT Qintao Ltd. Energy Safety Projects; China Aviation Industry; Zusammentreffen mit Senior Consultant Professor Cui Degang, Mitglied der Akademie der Wissenschaften der VR China, Science & Technology Committee, Beijing University of Aeronautics & Astonautics; Zusammentreffen mit Prof. Hui Huai Jie, Chinese Culture Promotion Society & Kulturbeauftragter der Provinzregierung Heilongjiangs für die Entwicklung und Förderung der Kulturbeziehungen mit Deutschland in Beijing. Zugleich: Aktuelle Berichterstattung aus den Erdbebengebieten Sichuans; German Chamber (AHK): Briefing der Deutschen Außenhandelskammer zu Beijing: Claudia Barkowsky, Regional Manager North China, German Chamber of Industry & Commerce, Dr. Florian Kessler, Rechtsanwalt, General Manager Delegation of German Industry & Commerce Beijing; Akademie der Sozialwissenschaften der VR China; Dr. Wang Liqiang, Academic Devision of International Studies Chinese Academy of Social Sciences, Stellv. des Vize-Präsidenten Li unc Dr. Chen Li; Abendessen/Dinner der Delegation u.a. mit Botschafter in Deutschland a.D. Prof. Mei Zhaorong, Former President of the Chinese People`s Institute of Foreign Affairs amtierender Direktor des Instituts für Weltentwicklung (IWD) und zugleich „Außerordentlicher Botschafter für die Deutsch-Chinesischen Beziehungen 2008“ “Aktuelle Fragen der deutsch-chinesischen Beziehungen“, Beijing: Briefing Infrastruktur & Project Development, Trempel & Associates: Ausgewählte Beispiele rund um Olympia.

Projekte und Perspektiven
Auszüge: Die von dem deutschen Projektentwickler chinesischer Herkunft Hongbin Ren initiierte Planung für die „China Town in Oranienburg“ fand in seiner Heimatstadt nicht zuletzt unter den Vertretern der Wirtschaft und Politik große Aufmerksamkeit. Bedenken werden gegen die eher nachteiligen Zuzugs- und Rahmenbedingungen für chinesische Investoren der neuen Mittelsschichten eingewandt. Die Perspektiven in den USA und im angrenzenden Russland überzeugen eher.

Der Maschinen- und Anlagenbau sieht erhebliche Potentiale im Bereich der Nahrungsgüterindustrie. Heilongjiang zeichnet sich für die Verarbeitung von Fisch, Geflügel und Rindern als interessanter Standort für die Errichtung exportorientierter Industriebetriebe aus. Große und vor allem freie Flächen erlauben die Einführung modernster Zuchtbetriebe.

Die im Ranking stets unter den ersten 3 nominierte Harbin University mit dem Harbin Institute of Technology („HIT“) und den vielen angeschlossenen Hochschuleinrichtungen ist für die Entwicklung hochwertiger Technologien die erste Adresse. Bedeutend für die Industrie ist die Flexibilität der Forschung, die stets auf eine sofortige kommerzielle Umsetzung orientiert ist. „Jede Erfindung führt zur unternehmerischen Umsetzung durch eine enge Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Interessenkonflikte werden nicht übersehen. Sie sind gewollt, da nur der Forscher sein Geld verdient, der erfolgreiche Anwendungen in der Praxis nachweisen kann.

In den Sektoren „Architektur und Bauen“ ergeben sich unter dem Gesichtspunkt der energiesparenden Investitionen große Perspektiven auf hohem Niveau, da die Mittel für Innovationen in der Provinz vorhanden sind.

Sport, Kultur und Unterhaltung sind in Bezug auf die Internationalisierung der Provinz relativ unbearbeitete Geschäftsfelder. Die im Frühjahr 2009 stattfindende Winter-Universiade sind Grund genug, über die private Veranstaltung internationaler Sport- und Kulturereignisse nachzudenken. Eine Kooperation zwischen dem alljährlichen Harbin Eisfestival und dem Neandertal-Museum in Deutschland unter dem Gesichtspunk der „Entwicklung der Menschheit“ zeichnet sich nach dem Besuch in Harbin ab.

Weitere Kooperationsfelder und Ansätze für eine Zusammenarbeit

China entwickelt sich weiter zu einem der strategischen Investitions- und Kooperationsstandorte der Zukunft. Das betrifft zunehmend auch die Bereiche Forschung und Entwicklung, die in China eng mit der Wirtschaft verflochten sind. Nicht alle Regionen haben bisher an dieser Entwicklung teilgenommen. Im Interesse einer geordneten Transformation von der zentral gelenkten Staatswirtschaft zur „Marktwirtschaft vieler Modellansätze“ nahmen bisher nicht alle Provinzen gleichermaßen am Öffnungsprozeß teil. Ein Vorteil, der sich nunmehr auswirkt, denn die Erfahrungen der Umgestaltung Chinas können nunmehr berücksichtigt werden, wenn es um die konkreten Bedingungen in der jeweiligen Region geht. Chinas Nordosten wird der Südosten des sich neu entwickelnden nordostasiatischen Wirtschaftsraums, der aufgrund der dort liegenden Rohstoffreserven von besonderer strategischer Bedeutung ist. Mit der Entwicklung von der Werkbank der Welt zum womöglich ersten Produktionsstandort verändern sich die Strukturen und Erfordernisse der Industrie. Zunehmend werden das Ingenieurswesen, die moderne Dienstleistung aber auch ein qualifiziertes Handwerk von Bedeutung. Hier ergeben sich vor allem für mittelständische Unternehmen Chancen.
Die nachfolgenden ausgesuchten Wirtschaftssektoren kennzeichnen das Interesse der Zusammenarbeit der Zielregion der Business Mission.

Architektur, Bauen & Planung
China benötigt dank steigender Rohstoffpreise und der Herausforderungen des Klimawandels moderne Antworten im Bereich Architektur, Bauen und Planung. Gleiches gilt für den Bereich „design“.

Alternative Energien
Wind, Wasser und Biomasse als Alternative zu den traditionellen Energieträgern werden sowohl aus Umweltschutz- als auch Kostengründen immer bedeutsamer. Moderne technische Lösungen und ihre Umsetzung in Industrie und Gesellschaft sind gefragt.

Automobil & Zulieferindustrie
Trotz aller Befürchtungen ist die Automobil- und Zulieferindustrie in China nach dem WTO-Beitritt nicht im Sinkflug, sondern in voller Entwicklung. Traditionelle Fahrzeugbauer der staatlichen Ministerien begründen neue Hersteller und benötigen in den Bereichen Design, Entwicklung, Material und Zulieferung die gesamte Palette der modernen Fahrzeugherstellung. Chancen ergeben sich für Unternehmen mit Produktansätzen für den nationalen und internationalen Markt.

Baustoffe & Materialien
Moderne Bau- und Werkstoffe, Materialien und Verarbeitungsansätze finden angesichts des hohen Nachfragepotenzials vor allem in China einen guten Absatzmarkt. Nicht immer muß es auch die neueste Lösung sein.

Bergbau & Energie
Kohle und Erdöl sind die traditionellen Energieträger. Gas und damit verbundene Nutzungsansätze sind im Kommen. Optimierung, Ausrüstungen, Umweltschutz, alternative Verwertungen sowie verbundene Dienstleistungen sind die Stichworte für Kooperations- und Investitionsansätze. Aufgrund der erheblichen Rohstoffvorkommen in der Provinz ergeben sich keine Verteilungsprobleme, wohl aber zunehmend Kostenfragen, die moderne Lösungen erfordern.

Engineering
Modernes Engineering sind in Industrie und Gesellschaft auf allen Ebenen gefragt. Ansatzpunkte ergeben sich vor allem für den Mittelstand in Deutschland bei der Einführung neuer Verfahren oder bei der Optimierung vorhandener Ressourcen.

Event- und Kulturmanagement
Modern und privat arbeitende Agenturen sind noch „Mangelware“ in China. Praktische Erfahrungen im Veranstaltungswesen durch private Veranstalter bestehen nur an wenigen Orten. Infolge der bevorstehenden weiteren Liberalisierung ergeben sich hier unlimitierte Kooperationsansätze, die vor allem im grenzüberschreitenden Bereich international ausgerichteten Partnern von Nutzen sein können.

Raumfahrt, Flug- & Fahrzeugbau
China sucht nach modernen und zukünftig auch eigenen Lösungen im Bereich Flug- und Raumfahrt sowie Fahrzeugbau. Eine eigene nationale Lösung wird nur dann wettbewerbsfähig sein, wenn sie zugleich internationale Wertschätzung erfährt. Partner werden auf den Gebieten F & E, Engineering, Produktion, Mainte-nance und Vertrieb gesucht.

Gewerblicher Rechtsschutz
Die Verteidigung lizenzierter oder gemeinsam entwickelter gewerblicher Schutzrechte oder im Ausland nicht mehr unbedingt benötigter Schutzrechte wie Patente, Markenrechte, Geschmacksmuster, Urheber-rechte etc. wird von chinesischen Partnern gern gewährleistet, wenn sich wirkliche Synergien und Win-Win-Situationen ergeben. Die Beantwortung der Frage, was passiert, wenn das Interesse z.B. der Chinesen an westlichem Know How versiegt, weil die eigenen Innovationen wettbewerbsfähiger sind, sollte ernster diskutiert werden.

Maschinen- und Anlagenbau
Chinas Maschinen- und Anlagenbau orientiert sich am deutschen Vorbild. Ziel ist die Deckung des eigenen Bedarf aber auch die Bedienung des nord-ost-chinesischen Wirtschaftsraumes.

Haustechnik & Wärmetechnik
Gut isolierte Fassaden, modern errichtete Häuser und Industrie-gebäude, dichte Fenster und optimale Heizungs- und Versor-gungssysteme, MSR-Technology und Services sind nicht allein in den Gegenden Chinas nachgefragt, die traditionell berechtigt sind Heizungen zu errichten oder moderne Anlagen zu betreiben. Noch gilt der Grundsatz, dass der Jiangzijiang-Fluß die Grenze bildet. Chancen für modernes Produktions-, Anwender und Service-Know-How bestehen landesweit.

Handel & Vertrieb
China ist die Werkbank der Welt und zunehmen der Produktion. Weniger entwickelt ist der Warenhandel und Vertrieb. Nach der Abschaffung des staatlichen Außenhandelsmonopols entwickelt sich der private Absatz zwar stürmisch aber immer noch lange nicht zufrieden stellend. In beiden Richtungen (Im-/Export) bieten sich Chancen für die Erschließung und den Absatz von Waren und Dienstleistungen.

IT & Software Development
Durch die konzentrierte Förderung der Zukunftstechnologien beabsichtigt China den „Quantensprung“ in der Entwicklung. Universitäten und Unternehmen orientieren sich an den Lösungen der Zukunft und fördern diese nicht allein durch massive Finanzhilfen. Hochschulen und Institute bereiten hervorragend qualifizierte Mitarbeiter aus, deren Potenziale sich für die gemeinsame Strategie erschließen lassen. Nicht wenige ausländische Unternehmen greifen auf die Ansätze zur Optimierung der eigenen Produkte zurück und gewährleisten dadurch höchste Wettbewerbsfähigkeit. Indische oder russische Alternativen sind sowohl kostspieliger als auch risikoreicher.

Media & Promotion
Der Mediensektor Chinas ist derzeit aufgrund politischer Vorgaben noch nicht ansatzweise „westlich“ entwickelt und erst recht noch lange nicht privatisiert. Dennoch sind die Möglichkeiten im Bereich der Gestaltung, PR, Vertrieb erheblich.

Medizintechnik
Neben Bio-, Nanotechnologie und IT stellt die Medizintechnik einen wichtigen Zukunftssektor dar, der für Europa schon aus Kostengründen zu erschließen ist. Umgekehrt zielen chinesische Unternehmen auf den Zugang zu neuen F & E Methoden sowie deren Umsetzung. Der Wettbewerb gegenüber deutschen, holländischen, japanischen, US-amerikanischen oder selbst koreanischen Anbietern ist eröffnet.

Heilwesen & Chinesische Medizin
Das chinesische Gesundheitswesen überzeugt durch die traditionelle Medizin, die kostengünstige Versorgung und die erheblichen Ressourcen auf dem Gebiet traditioneller Heilkräuter und Produkte. Die Zukunft moderner Lösungen liegt hier. Erhebliche Perspektiven bestehen auf dem Gebiet der Qualitätssicherung, Zulassung und Anwendung der Methoden/Produkte im europäischen Ausland.

Messen &Ausstellungen
China leidet unter einer Masse von Veranstaltungen. Leitmessen haben sich – von Ausnahmen abgesehen – noch nicht entwickelt. Der nationale und internationale Wettbewerb ist groß und auch von der Konkurrenz ist anzunehmen, dass sie nicht gerade Ferien macht. Optimierungsansätze für die Förderung bestehender oder Entwicklung zukünftiger Ansätze auf dem Gebiete Ausstellungen & Messen sind gefragt. Das Interesse an der Begleitung des Messeauftritts chinesischer Unternehmen besteht.

Sport, Tourismus & Vereinswesen
Nord-Ost-China eignet sich für den Wintersport, naturbezogenen Sport und vielerlei Freizeitaktivitäten. Große Wintersportevents haben sich noch nicht etabliert. Grund genüg für Sportveranstalter für eine erste Kontaktaufnahme. Während sich in den letzten Jahren auch der nationale Tourismus in China dynamisch entwickelt hat und Chinesen zunehmend auch das Ausland bereisen, hat sich der Sport als „gesellschaftliches Ereignis“ noch nicht entwickelt. Größere wiederkehrende Sportereignisse fehlen und das Vereinswesen ist fast nicht entwickelt. Die Entwicklung, Planung und Durchsetzung großer Sportereignisse mit nationaler und internationaler Ausstrahlung gehört zu den Zukunftsbereichen, in denen ausländische Hilfe und eine kooperative Partnerschaft gewünscht sind.

Verkehrsinfrastruktur
Chinas Städte benötigen angesichts der Wachstumsziele und Pläne eine moderne Verkehrsinfrastruktur. Deutsche Lösungen im Bereich Schiene, Straße und Linie sind gefragt. Deutsche Preise bislang weniger.

Umwelt & Wasserschutz
Das Thema bleibt Herausforderung für den Standort schlechthin. Nicht überall hat aber die lokale oder regionale Politik die Zeichen der Zeit wirklich verstanden. Wenn eine Orientierung erfolgt, dann in Bezug auf deutsche Lösungen im Bereich der Umweltschutztechnik.

Wissenschaftskooperation
Chinas Wissenschafts- und Forschungssektor boomt. Die Investitionen und Möglichkeiten in diesem Sektor sind unbeschränkt. Von deutscher Seite aus ist das Potenzial noch lange nicht erschlossen. Möglichkeiten der Zusammenarbeit bestehen nicht nur im öffentlichen, sondern auch semi-öffentlichen bzw. privaten Bereich. Chinas Hochschulen sind berechtigt, Projekte zu entwickeln und Vorhaben auch privat organisiert umzusetzen.

Die Universitäten Heilongjiangs sind in den Zukunftstechnologien führend und unterhalten nicht nur Institute im ganzen Land, sondern führen auch Forschungsprojekte durch, die unmittelbar anwendungsorientiert sind. Die Harbin University und ihr Harbin Institute of Technology mit der School of Computer Science & Technology arbeiten eng mit international anerkannten Einrichtungen wie dem IPK Fraunhofer Institut zusammen und zeichnen sich vor allem durch die hohe Qualität der Ausbildung aus. Chinas Luft- und Raumfahrtindustrie hat – neben anderen – nicht umsonst hier eine feste Basis. 19 Hochschulen mit 70.000 Studierenden, davon gehört die Technische Universität Harbin zu den top ten in China, 22 Erwachsenenhochschulen mit 116.000 Studierenden.

Projekt und Investment, Firmengründung

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